Ziel des Forschungsprojekts und der eingebundenen Dissertation ist es, die aktuellen Reisanbaupraktiken, das lokale Wissen über den Reisanbau sowie Strategien für einen nachhaltigen Reisanbau von vier verschiedenen ethnischen Gruppen zu beleuchten. Dies soll einen Wissensaustausch ermöglichen, den Reisanbau verbessern und auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.

Reis spielt als Grundnahrungsmittel für die Ernährung eine wichtige Rolle. Ein nachhaltiger Reisanbau ist daher unerlässlich, um die zukünftigen Herausforderungen der Lebensmittelproduktion und des Umweltschutzes zu bewältigen und Einkommen für die ProduzentInnen zu generieren.  Im Allgemeinen scheint sich das lokale Wissen über den Reisanbau zwischen den ethnischen Gruppen in der Region zu unterscheiden. Das Verständnis des Reisanbaus und seine soziokulturellen und ökologischen Triebkräfte sind entscheidend für die Widerstandsfähigkeit, für den Lebensunterhalt, die Landnutzung, die Entwicklung der Gemeinde und nicht zuletzt den Erhalt der Artenvielfalt und Waldbewirtschaftung.

Reis im Oberen Baram wird entweder durch Nassanbau auf überfluteten Feldern oder mittels Trockenanbau kultiviert. Nassreisanbau wird oft als konventionelle Methode bezeichnet. Die konventionelle Bewirtschaftung von Reis beruht im Allgemeinen auf hohen externen Einflüssen durch eine anhaltende Überschwemmung der Reisfelder und die Verwendung von Kunstdünger sowie Pestiziden. Die Überflutung dient zur Unterdrückung von Unkraut und zur kontinuierlichen Versorgung der Reispflanze mit Wasser.

Neben der Produktion in einem Überflutungssystem kann Reis auch auf Feldern, die nur über den Niederschlag Wasser erhalten, angebaut werden. Dieser sogenannte Trockenreisanbau wird oft mittels Brandrodungsfeldbau betrieben und wird meistens in hügeligen Gebieten praktiziert.